Prof. Dr. med. Tobias B. Huber

Seit 2017 Direktor der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik für Nephrologie, Nierentransplantation, Rheumatologie und Endokrinologie/Diabetologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und Lehrstuhl für Innere Medizin und Nephrologie, UKE, sowie seit 2020 Ärztlicher Leiter des Zentrums für Innere Medizin, UKE

Forschungsfokus: Nierenerkrankungen, Molekulare Nephrologie, Organimmunität, Inter-Organ-Interaktionen

Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeiten liegt auf der Entschlüsselung der molekularen Struktur und Funktion des Nierenfilters, den Mechanismen von Nierenerkrankungen sowie den wechselseitigen Interaktionen der Niere mit dem Herz-Kreislauf-System.

Tobias B. Hubers Anliegen ist es, neue Wege in der Prävention, der Progressionshemmung und der Therapie von Nierenerkrankungen zu identifizieren. Die Mechanismen von Nierenerkrankungen sind ein wichtiger Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen.

Aus seiner Sicht geht es dabei auch um ein neues Verständnis der Physiologie und der Erkrankungsmechanismen von Nieren sowie der Identifizierung komplexer Prinzipien der Interaktion von unterschiedlichen Organen und der Wechselwirkung des Immunsystems mit Geweben. Hierfür integriert er vier Forschungsbereiche, die aufeinander aufbauen: (1) die Einrichtung moderner Gewebebanken und Patientenregister mittels komplexer Datenintegration und Beachtung der Datensicherheit, (2) die Weiterentwicklung von neuen multidimensionalen Techniken zur Gewebeanalyse und der Einzell-Zellbiologie, (3) die Anwendung und Entwicklung von experimentellen Modellen zur präzisen Analyse von Erkrankungsmechanismen sowie (4) der Aufbau von Translationsplattformen zur Übertragung molekularer Erkenntnisse in die Anwendung für die Therapie von Patientinnen und Patienten.

Mittels dieser Integration gelang es dem Team von Tobias B. Huber grundlegende Mechanismen der Nierenfiltration, von proteinurischen Nierenerkrankungen, metabolischen Störungen und Alterungsmechanismen sowie neuer Inter-Organ-Beziehungen zu entschlüsseln.
2020 konnte das Team zudem nachweisen, dass SARS-CoV-2 ein Multiorganvirus ist, und konnte insbesondere die direkten Auswirkungen auf die Nieren beschreiben. Zudem wurde festgestellt, dass bis zu 30 Prozent der hospitalisierten COVID-19-Patientinnen und -Patienten ein akutes Nierenversagen erlitten und auch bei symptomlosen Verläufen die Niere beeinträchtigt werden kann.

Tobias B. Huber ist in einigen wissenschaftlichen Gesellschaften und Gremien tätig, seit 2008 als Mitglied des Programm- und Abstract-Komitees der jährlichen Meetings, Deutsche, Europäische, Amerikanische, Japanische, Chinesische und Internationale Gesellschaft für Nephrologie, seit 2012 im Organizing Committee, International Podocyte Conference, seit 2019 als Mitglied der Ständigen Senatskommission für Grundsatzfragen in der Klinischen Forschung, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). 

Unter den Auszeichnungen und Mitgliedschaften, die Tobias B. Huber für seine Arbeiten verliehen wurden, finden sich 2010 der Franz-Volhard-Preis der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN), 2011-2013 Heisenberg-Stipendium, DFG, 2012 Young Investigator Award, American Society of Nephrology und American Heart Association, USA. Seit 2014 ist er Mitglied der Amercian Society of Clinical Investigation, USA, 2014-2020 Consolidator Grant, European Research Council (ERC), seit 2017 Fellow, American Society of Nephrology, USA, seit 2020 Mitglied, Association of Amercican Physicians, USA, seit 2021 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina.

Curriculum Vitae/Leopoldina
Publikationen/UKE Research

Prof. Dr. Tobias B. Huber, Foto UKE.
Prof. Dr. Tobias B. Huber, Foto: UKE.